Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann im sanierten Altbau bis zu 30 Prozent der Heizenergie zurückgewinnen, die sonst beim Lüften verloren geht. Ob sich die Investition lohnt, hängt aber stark davon ab, wie dicht die Gebäudehülle ist und wie das Gebäude genutzt wird.
In Berlin stehen rund 70 Prozent aller Wohngebäude aus der Vorkriegszeit – typische Altbauten mit hohen Decken, dicken Wänden und oft undichten Fenstern. Viele dieser Gebäude werden aktuell energetisch saniert. Dabei stellt sich die Frage: Braucht es danach eine mechanische Lüftung? Und wenn ja: Lohnt sich der Aufwand für eine Anlage mit Wärmerückgewinnung?
Wann eine Lüftungsanlage im Altbau Sinn macht
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Gebäudehülle nach der Sanierung sehr dicht ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn neue Fenster mit Dreifachverglasung eingebaut wurden, die Fassade gedämmt wurde und Fugen abgedichtet sind. In solchen Gebäuden reicht Fensterlüften allein oft nicht mehr aus, um Feuchtigkeit zuverlässig abzuführen – Schimmelbildung droht.
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt dafür, dass kontinuierlich frische Luft ins Gebäude kommt, ohne dass dabei unnötig Heizenergie verloren geht. Die warme Abluft wird durch einen Wärmetauscher geleitet, der die Wärme auf die einströmende Frischluft überträgt. Je nach System können so 80 bis 95 Prozent der Wärme zurückgewonnen werden.
Besonders interessant wird das bei Gebäuden, die ohnehin eine neue Heizungsanlage bekommen – etwa eine Wärmepumpe. Denn je weniger Heizenergie benötigt wird, desto kleiner und effizienter kann die Wärmepumpe dimensioniert werden. Mehr dazu unter https://www.montali.de/leistungen/waermepumpe.
Die baulichen Voraussetzungen im Berliner Altbau
Der größte Knackpunkt bei der Nachrüstung einer Lüftungsanlage im Altbau ist die Installation der Lüftungskanäle. Anders als im Neubau, wo die Kanäle von Anfang an eingeplant werden, müssen sie im Bestand nachträglich verlegt werden. Das ist vor allem bei Gebäuden mit mehreren Wohnungen aufwendig.
In Berliner Altbauten gibt es oft hohe Decken, breite Flure und Schächte, die ursprünglich für Ofenrohre oder Kohletransport genutzt wurden. Diese Strukturen können manchmal für Lüftungskanäle genutzt werden – das muss aber im Einzelfall geprüft werden. Abgehängte Decken oder Vorwandinstallationen sind weitere Möglichkeiten, um Kanäle zu führen, kosten aber Raumhöhe.
Eine Alternative sind dezentrale Lüftungsgeräte, die pro Raum oder Wohnung installiert werden und durch die Außenwand nach außen führen. Sie brauchen keine Kanalführung, arbeiten aber weniger effizient als zentrale Anlagen und sind im laufenden Betrieb manchmal hörbar.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für ein Einfamilienhaus kostet in der Nachrüstung zwischen 8.000 und 20.000 Euro – je nach Gebäudegröße, gewähltem System und baulichem Aufwand. Dezentrale Lösungen sind oft günstiger in der Anschaffung, können aber höhere Betriebskosten haben.
Ob sich die Investition rechnet, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie hoch sind die eingesparten Heizkosten? Wie lange bleibt die Anlage in Betrieb? Wie teuer wäre die Alternative – etwa häufigeres Heizen wegen Fensterlüftung?
Als Faustregel gilt: Je besser die Gebäudehülle gedämmt ist und je höher die Heizkosten, desto schneller amortisiert sich die Anlage. In gut gedämmten Altbauten mit Wärmepumpe kann sich die Investition nach 10 bis 15 Jahren rechnen. In schlecht gedämmten Gebäuden mit alten Fenstern lohnt sie sich meist nicht.
Förderprogramme können die Wirtschaftlichkeit verbessern. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt unter bestimmten Voraussetzungen auch den Einbau von Lüftungsanlagen im Zuge einer energetischen Sanierung. Aktuelle Konditionen sollten direkt beim BAFA oder der KfW geprüft werden, da sich Förderbedingungen regelmäßig ändern.
Worauf Eigentümer vor der Entscheidung achten sollten
Bevor eine Lüftungsanlage geplant wird, sollte die Gebäudehülle gründlich geprüft werden. Eine Lüftungsanlage ist kein Ersatz für undichte Fenster oder fehlende Dämmung. Sie funktioniert nur dann effizient, wenn das Gebäude insgesamt luftdicht ist.
Auch die Nutzung spielt eine Rolle: In Wohnungen mit vielen Bewohnern, hoher Luftfeuchtigkeit (etwa durch Wäschetrocknen in der Wohnung) oder wenig Zeit für regelmäßiges Lüften ist eine mechanische Lüftung oft die bessere Lösung. In Gebäuden, die tagsüber leer stehen und in denen regelmäßig gelüftet werden kann, ist sie nicht zwingend nötig.
Wichtig ist auch die Wartung: Filter müssen regelmäßig gewechselt werden, Kanäle sollten alle paar Jahre gereinigt werden. Das verursacht laufende Kosten, die bei der Kalkulation berücksichtigt werden sollten.
Wer eine umfassende Sanierung plant, sollte die Lüftungsanlage von Anfang an mitdenken – nachträgliche Nachrüstungen sind deutlich aufwendiger. Eine Fachplanung durch einen SHK-Betrieb mit Erfahrung im Altbau ist dabei unverzichtbar. Mehr Informationen zu Lüftungssystemen finden Sie unter https://www.montali.de/leistungen/lueftung.
Fazit: Lüftungsanlage im Altbau – ja oder nein?
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann im Berliner Altbau eine sinnvolle Ergänzung sein – vor allem nach umfassender energetischer Sanierung. Sie sorgt für konstant gute Luftqualität, reduziert Heizkosten und beugt Schimmel vor. Ob sie sich lohnt, hängt aber stark von der Ausgangssituation ab: Wie dicht ist die Gebäudehülle? Wie wird das Gebäude genutzt? Wie hoch sind die Installationskosten?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Eine individuelle Beratung vor Ort ist der beste Weg, um einzuschätzen, ob eine Lüftungsanlage im konkreten Fall wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist. Wir bei Montali kennen die Besonderheiten Berliner Altbauten und beraten Sie gern – unverbindlich und ohne Druck. Sprechen Sie uns an.
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